gezielte Unterstützung
Ziel multimodaler Lehrmaterialien ist nicht die bloße Bereitstellung möglichst vieler Medienformate, sondern die gezielte Unterstützung von Lernprozessen durch unterschiedliche Zugänge zu einem Lerngegenstand. Verschiedene Darstellungsformen können dabei unterschiedliche Aspekte eines Themas hervorheben und so das Verständnis komplexer Inhalte fördern.
Warum didaktisch sinnvoll?
Lernende unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Vorkenntnisse, Erfahrungen und Lernstrategien. Unterschiedliche Darstellungsformen können dazu beitragen, komplexe Sachverhalte verständlicher zu machen und verschiedene Perspektiven auf einen Lerngegenstand zu ermöglichen.
Aus hochschuldidaktischer Sicht bieten multimodale Lehrmaterialien insbesondere folgende Potenziale:
Komplexe Inhalte lassen sich häufig leichter erschließen, wenn sie nicht ausschließlich textbasiert vermittelt werden. Beispielsweise können Grafiken, Visualisierungen oder Erklärvideos Zusammenhänge verdeutlichen und abstrakte Konzepte anschaulich machen.
Die Kombination unterschiedlicher Darstellungsformen kann Lernende dabei unterstützen, Informationen besser zu strukturieren, einzuordnen und miteinander zu verknüpfen. Dadurch können Lernprozesse vertieft und nachhaltiger gestaltet werden.
Studierende profitieren von verschiedenen Zugängen zu einem Thema. Während einige Inhalte durch Texte besonders präzise vermittelt werden können, eignen sich andere Formate besser zur Veranschaulichung von Prozessen, Abläufen oder Anwendungsbeispielen.
Insbesondere in Selbstlernphasen können unterschiedliche Materialformen dazu beitragen, Lernwege flexibler zu gestalten. Studierende erhalten die Möglichkeit, Inhalte entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen und Lernbedürfnisse zu erschließen.
Vielfältige Lehrmaterialien können die Grundlage für unterschiedliche Lernaktivitäten bilden, etwa für Diskussionen, Reflexionsaufgaben, Problemlösungen oder die Anwendung von Wissen auf konkrete Fragestellungen.
Didaktischer Hinweis
Der Mehrwert multimodaler Lehrmaterialien entsteht nicht durch die Anzahl der eingesetzten Medien, sondern durch deren didaktisch begründete Auswahl und Kombination. Unterschiedliche Formate sollten jeweils eine erkennbare Funktion im Lernprozess erfüllen und auf die angestrebten Lernziele abgestimmt sein.
Leitend sollte daher nicht die Frage sein:
„Welche Medien kann ich einsetzen?“
sondern:
„Welche Darstellungsform unterstützt meine Studierenden dabei, die angestrebten Lernziele zu erreichen?“
Beispiel
Anstatt ein Thema ausschließlich über einen wissenschaftlichen Text zu vermitteln, kann eine Selbstlerneinheit beispielsweise folgende Materialien kombinieren:
- einen Einführungstext zur Begriffsbestimmung,
- eine Infografik zur Veranschaulichung zentraler Zusammenhänge,
- ein kurzes Erklärvideo zu komplexen Konzepten,
- ein Fallbeispiel zur Anwendung des Wissens,
- sowie einen Selbsttest zur Überprüfung des Lernfortschritts.
Die verschiedenen Materialien verfolgen dabei unterschiedliche didaktische Funktionen und ergänzen sich zu einer lernförderlichen Lernumgebung.
Praxistipp
Nutzen Sie unterschiedliche Lehrmaterialien nicht als Selbstzweck, sondern als gezielte Unterstützung des Lernprozesses. Oft ist eine didaktisch durchdachte Kombination weniger Formate lernwirksamer als eine Vielzahl unverbundener Materialien. Gerade in Selbstlern– und Blended-Learning-Szenarien können multimodale Wissenszugänge dazu beitragen, Orientierung, Verständnis und aktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten zu fördern.
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